Lerg Lichtbilder

(Durchs) Objektiv betrachtet

Mond im zweiten Viertel

Da ich spät in der Nacht von Samstag auf Sonntag schon mal oben in den Weinbergen war, um dieses Bild hier zu fotografieren, habe ich den Mond natürlich auch noch mal „mitgenommen“. Wenn der Erdtrabant schon für diese Lichtstimmung sorgt, kann man ihm ja auch nochmal etwas Aufmerksamkeit widmen. Der aufgehende (größer werdende) Mond war an diesem Abend in seinem 2. Viertel zu beobachten, also auf dem Weg zum Halbmond oder kurz davor.

Wenn Du den Mond fotografieren willst, dann brauchst Du ein Stativ und ein möglichst starkes Teleobjektiv. Mein mein AF-P Nikkor 70-300mm 1:4.5-5.6E ED VR ist im Prinzip noch nicht „fett“ genug, um dicht an den Mond dran zu kommen. Ich muss die Aufnahmen bei der Nachbearbeitung „croppen“, also beschneiden und den Mond größer machen. Hier mal eine unbeschnittene Aufnahme in der Originalgröße, wie sie durch die 300 Millimeter des Objektives möglicht ist. Dichter komme ich optisch nicht dran.

Der Mond im zweiten Viertel unbeschnitten.

Und wenn Du den Mond fotografieren willst, dann musst Du Deine Belichtung manuell steuern. Denn wenn Du das Belichten der Automatik der Kamera überlässt, dann kommt so etwas dabei heraus.

MOnd fotografiert mit Belichtungsautomatik.

Egal ob Du vollautomatisch arbeitest oder die Blende vorwählst und die Zeitautomatik die Belichtungszeit steuern lässt, das Bild wird völlig „ins Licht schießen“, also überbelichtet und die weißen Stellen „brennen aus“ wie man so schön sagt. Warum? Nun, der Himmel ist quasi ganz schwarz und der Mond ist sehr hell. Die Helligkeit des Mondes sorgt auch dafür, das Du keinerlei Sterne siehst, obwohl diese da sind und Du sie mit dem bloßen Auge auch siehst. Die „Belichtungssteuerung“ des Menschlichen Auges kann das sozusagen ausgleichen. Die Belichtungssteuerung der Kamera kann das nicht. Es ist ein brutaler Hell-Dunkel-Kontrast und die Automatik kommt damit nicht zurecht. Die Automatik will das gesamte Bild, also quasi die ganze Fläche, richtig belichten.

Was Du jetzt im Prinzip tun musst, ist unterbelichten. Naja eigentlich belichtest Du korrekt auf den Mond. Ich habe das in diesem Fall dadurch gemacht, das ich die Belichtungskorrektur auf -5 gedreht habe. Ich habe also volle 5 Stufen unterbelichtet, damit die Mondoberfläche wiederum korrekt belichtet ist und richtig schön Zeichnung hat und man all die ganzen Details erkennt. Die Belichtungskorrektur auf -5 siehst Du auch unten bei den technischen Angaben zum Bild als „-5EV„.

Weil der Mond so hell ist, braucht man beim Fotografieren auch keine langen Verschlusszeiten. Während man die Milchstraße quasi mit mindestens 15 eher 20 bis 25 Sekunden fotografiert, ist es hier gerade mal 1/20 Sekunde.

Was Du optisch nicht im Bild hast, kannst Du nicht zeigen

Könnte ich de Mond nicht noch größer machen? Jain. Sicher könnte ich noch weiter croppen, also das Bild weiter beschneiden, sodass der Mond größer wird. Aber irgendwann sieht man dann doch Artefakte und leichte Unschärfen. Dann sieht das Bild nicht mehr schön, knackig und scharf aus, sondern leicht verwaschen und irgendwie bröselig. Bei meinem Vollmondbild siehst Du, dass ich dort beim Beschneiden diese grenze gerade so überschritten habe und das Bild deshalb nicht mehr so ganz scharf ist.

Details, die Du optisch durch eine entsprechend größere Brennweite nicht ins Bild holen kannst, die kannst Du eben auch nicht zeigen. Deshalb muss man beim Beschneiden eben einen Kompromiss zwischen „Mond groß“ und „Mond detailreich und scharf“ finden. Wenn ich irgendwann mal ein Teleobjektiv mit mehr Brennweite habe, dann sehen wir im wahrsten Sinne des Wortes weiter.

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  • Blende: ƒ/14
  • Kredit: Andreas Lerg
  • Kamera: NIKON D750
  • Aufgenommen: 3 Mai, 2020
  • Belichtungsvorgabe: -5EV
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 300mm
  • ISO: 100
  • Verschlusszeit: 1/20s

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Thema von Anders Norén

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