Sternenhimmel bei Mondlicht

Wenn Du die Sterne/Milchstraße fotografieren willst, muss es stockdunkel sein und deshalb solltest Du am besten bei Neumond fotografieren. Das liest man oft. Regeln mögen in der Fotografie Leitlinien sein, doch es sind ganz gewiss keine Dogmen. Man darf diese Regeln brechen und quasi mit diesem Bruch experimentieren. Als Beleg mag dieses Foto dienen, dass ich in der Nacht von Samstag (2. Mai) auf Sonntag (3. Mai) irgendwann nach 2 Uhr aufgenommen habe. Ich hatte den zunehmenden Mond, der in seinem 2. Viertel erstrahlte, im Rücken. Die Nacht war sehr klar und man konnte bis in den Odenwald schauen, den man am Horizont auf dem Bild auch gut sehen kann.

Ich habe diese fertige Aufnahme aus einer Belichtungsreihe von vier unterschiedlich belichteten Bildern von Lightroom als HDR zusammenrechnen lassen und dann noch bearbeitet. Hier zunächst die vier Ausgangsbilder.

Bild 4
Bild 4
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Bild 3
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Bild 2
Bild 2
Bild 1
Bild 1
Diese vier Bilder habe ich als HDR kombiniert.

Fast wie eine Tageslichtaufnahme

Wenn Du dir das hellste Bild dieser Reihe anschaust, das mit 15 Sekunden belichtet wurde, wirst Du sehen, dass es beinahe so wirkt, als wäre das Bild bei Tageslicht entstanden. Daran siehst Du, wie hell der Mond eigentlich ist und wie gut er tatsächlich die Landschaft beleuchten kann, wenn man entsprechend lange belichtet. Erst wenn man die ganzen Lichter in und um Oppenheim sieht, erahnt man, dass es Nacht ist. Und wenn man das Bild größer betrachtet, als es hier auf der Webseite dargestellt wird, erkennt man einige Sterne am Himmel in den Wolkenlücken.

Apropos Wolken. Gerade auch die Wolken und deren Beleuchtung durch den Mond machen das Bild meiner Meinung nach noch spannender und besser, denn der Himmel wirkt dadurch lebendiger und dynamischer. Wenn der Himmel vollkommen leer und sternenklar – also nur mit Sternen gefüllt wäre, würde das Bild langweiliger wirken, finde ich. Ok, bei diesem starken Licht ist es natürlich nicht mehr möglich, hier auch noch die Milchstraße, die um diese Uhrzeit theoretisch sichtbar wäre, herauszuarbeiten. Vielleicht wäre die zu sehen, wenn der Himmel tatsächlich völlig wolkenlos wäre.

Ok, nachdem ich diese vier Bilder über die HDR-Funktion „fusioniert“ hatte, habe ich es dann noch umfangreich bearbeitet, um die Farben „nächtlicher“ zu machen, den Kontrast zu optimieren und die Schärfe zu verbessern. Ich habe dabei auch einzelne Abschnitte über die Funktion Radialfilter in Lightroom gezielt und selektiv bearbeitet und zwar dabei vor allem zu helle Partien abgedunkelt.

Ok, zum Schluss noch kurz zur verwendeten Technik „vor Ort“. Es kam meine Nikon D750 mit dem Sigma 14-24mm F2,8 DG HSM Art zum Einsatz. Das ganze logischerweise auf einem Stativ mit Kabel-Fernauslöser und Spiegelvorauslösung.

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  • Blende: ƒ/2.8
  • Kredit: Andreas Lerg
  • Kamera: NIKON D750
  • Aufgenommen: 3 Mai, 2020
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 14mm
  • ISO: 1600
  • Verschlusszeit: 5s

Eine Antwort auf „Sternenhimmel bei Mondlicht“

  1. […] ich spät in der Nacht von Samstag auf Sonntag schon mal oben in den Weinbergen war, um dieses Bild hier zu fotografieren, habe ich den Mond natürlich auch noch mal „mitgenommen“. Wenn der […]

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