Warten auf den Zug Teil 1

Zugdurchfahrt am Bahnübergang Nierstein. (Foto: Andreas Lerg)

Nachdem ich bei anderen nächtlichen Landschaftsaufnahmen die Lichtspuren eines Zuges in der Ferne auf dem Bild hatte, kam mir eine Idee, die ich letzte Nacht dann umgesetzt habe. Hier deshalb Teil 1 von „Warten auf den Zug“.

Die Idee war, die Durchfahrt eines Zuges – möglichst eines beleuchteten Personenzuges – am Bahnübergang in Nierstein zu fotografieren. Der Grundgedanke: Eine passend lange Belichtungszeit sollte den eigentlichen Zug in gewisser Weise verschwinden lassen, sodass nur seine Leuchtspuren sichtbar bleiben.

An einem Güterzug leuchtet fast nichts, deshalb musste es ein Personenzug sein. Damit ich nicht stundenlang am Bahnübergang warten muss, habe ich einen genialen Trick genutzt …. ich habe ganz banal im Internet auf den Fahrplan geschaut, wann nachts ein Nahrverkehrszug aus Richtung Worms nach Mainz fährt 😉 Außerdem gibt es noch die Internetseite www.zugverfolgung.com/ auf der man Züge in Echtzeit auf den Strecken verfolgen kann. Also auch Züge, die in Nierstein & Co nicht auf dem Fahrplan stehen. Beispielsweise Güterzüge, ICEs etc.

Probebelichtung ohne Zug

Und so habe ich mich entsprechend bereit gemacht, um den Nahverkehrszug zu erwischen, der um 22.42 aus Richtung Worms in Nierstein Halt macht und nach Mainz fährt. Ich habe dann meine Nikon D750 mit dem Sigma 14-24mm F2,8 DG HSM Art auf dem Stativ an der Bahnschranke in Nierstein aufgebaut. Dann habe ich manuell erst Mal den Bahnübergang so belichtet, dass ich eine gute Lichtstimmung, eine schöne Dynamik und auch eine passend lange Belichtungszeit hatte. Mehrere Probeschüsse lieferte das entsprechende Ergebnis, wie hier zu sehen ist.

Bahnübergang in Nierstein  kurz vor der Zugdurchfahrt. (Foto: Andreas Lerg)
„Probeschuss“ am Bahnübergang in Nierstein kurz vor der Zugdurchfahrt mit bereits geschlossener Schranke. (Foto: Andreas Lerg)

Ich bin bei einer Belichtungszeit von 13 Sekunden gelandet und habe gehofft, dass diese Zeit reicht, damit der Zug von Anfang bis Ende durch das Bild fährt und trotzdem deutlich sichtbare Lichtspuren auf das Bild bringt. Eine zu kurze Belichtungszeit würde den Zug nicht ganz abbilden, sodass er quasi mitten im Bild stecken bleibt. Eine zu lange Belichtungszeit würde die Lichtspuren abschwächen, nachdem der Zug vorbei und verschwunden ist.

Im richtigen Moment auslösen

Dann galt es noch, die Kamera im richtigen Augenblick auszulösen. Also quasi sehr kurz bevor der Zug ins Bild fährt, aber eben noch nicht im Bild ist. Eben, damit ich die ganze Durchfahrt drauf habe und der Zug gegen Ende der Belichtung durch, aber noch in der Ferne sichtbar ist. Du hast dabei nur einen Schuss, denn wenn der Zug durch ist, ist er durch.

Nachdem sowohl der Zug als auch die 13 Sekunden „durch waren“, habe ich auf das Display meiner Kamera geschaut. Volltreffer! Alles hat gepasst! Das Bild ist echt klasse geworden, wie ich meine. Also Kamera einpacken und dann zum Aufnahmeort für „Warten auf den Zug Teil 2“ fahren.

P.S. Nein, keine Sorge ob meiner Sicherheit! Ich habe nicht rechtswidrig auf dem Bahngelände gestanden, sondern auf dem Bürgersteig. Nur die Kamera habe ich so aufgestellt, dass sie ein bisschen über die dort montierte Leitplanke lugt und sich damit eine schöne Perspektive mit tollen führenden Linien ergibt.

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  • Blende: ƒ/8
  • Kredit: Andreas Lerg
  • Kamera: NIKON D750
  • Aufgenommen: 25 Juli, 2020
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 14mm
  • ISO: 200
  • Verschlusszeit: 13s

Eine Antwort auf „Warten auf den Zug Teil 1“

  1. […] Ich glaube das Bild erklärt meine Idee ganz gut. Die Vorgehensweise war sehr ähnlich wie bei „Warten auf den Zug Teil 1“, deshalb will ich das jetzt nicht erneut beschreiben. Ich habe wieder manuell belichtet und die […]

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