Stacking – Stapeln mehrerer Aufnahmen für bessere Ergebnisse

Heute mal ein Beitrag zum „Stacking“ von Bildern. Ich war am Freitag, 7. Februar 2020, nochmal in den Weinbergen und habe – dieses Mal zur „blauen Stunde“ – nochmal die Katharinenkirche fotografiert. Und das mit einem ganz bestimmten Ziel, nämlich der Verarbeitung nach dem Prinzip der High Dynamic Range (HDR). Bei diesem Verfahren wird eine Belichtungsreihe für ein Motiv gemacht. Also eine Reihe von sehr dunkel bis sehr hell. Oder Besser eine Reihe, bei der mal auf die Schatten und dunklen Bildteile korrekt belichtet wird und dann auf die hellen und sehr hellen. Und dabei werden natürlich auch die entsprechenden Abstufungen dazwischen belichtet. Ich habe dafür die Bracketing-Funktion meiner Nikon D750 benutzt. Ich hatte wieder mein AF-P Nikkor 70-300mm 1:4.5-5.6E ED VR auf der Kamera und diese natürlich auf dem Stativ stehen, damit ich eine Serie vom Bildausschnitt identischer und dann eben unterschiedlich belichteter Aufnahmen bekomme.

Stacking mit HDR

Diese Bilder werden dann später am Computer per Software „zusammengestapelt“. Da ja heute für alles englische Begriffe verwendet werden müssen, nennt man das eben „Stacking“. Die HDR-Bearbeitung rechnet dabei die jeweils ungünstig belichteten Elemente einer Aufnahme heraus, verwendet nur die optimalen Bereiche und „mischt“ damit in dem fertig gestapelten Bild sozusagen eine optimale Belichtung über das gesamte Spektrum der Belichtungsmöglichkeiten zusammen. Damit entsteht ein Bild, in dem sozusagen alles durchgängig perfekt belichtet ist. Das wäre mit einer einzigen Aufnahme mit einer Kamera nicht möglich, da es nicht machbar ist, dunkle, schattige, halbschattige, halbhelle und helle Bildpartien alle gleichzeitig korrekt zu belichten. Das vor allem nicht bei Nacht- und Dämmerungsaufnahmen, bei denen die Spanne zwischen Schwarz – ganz dunkle Nacht – und Weiß – sehr helle Lichter – sehr groß ist. Hier also zuerst mal die einzelnen Aufnahmen, die ich für das Stacking, also das „HDR-Stapeln“ ausgewählt habe. Ich hab sie Dir wieder in den Vergleichs-Slider gepackt. Spiele einfach mal mit den Schiebereglern.

Die vier aus der Bracketing-Serie für das Stacking ausgewählte Aufnahmen.

Die Bracketing-Aufnahmeserie bestand eigentlich aus fünf Aufnahmen, aber eine war hoffnungslos überbelichtet, weshalb ich diese weg gelassen und nicht verwendet habe. Ich hab also dann diese vier Aufnahmen in Lightroom ausgewählt und dann über „Bearbeiten in …“ -> „In Photoshop zu HDR Pro zusammenfügen“ an Photoshop übertragen und dabei die HDR-Bearbeitung angestoßen. Ich habe die automatische Ausrichtung benutzt, falls während der Aufnahme der vier Bilder das Stativ doch minimal gewackelt hat. Die HDR-Bearbeitung stellt diverse auch sehr künstlerische Profile für die Entwicklung zur Verfügung. Ich habe „Fotorealistisch“ benutzt, weil ich ja das Bild nicht künstlerisch verfremden, sondern so original wie möglich erzeugen wollte. Nachdem das neue Bild dann erzeut worden war, habe ich es durch „Speichern“ wieder als neues Bild zurück an Lightroom übertragen.

Nachbearbeitung der HDR-Aufnahme

Dort habe ich dann noch Schärfe, Details, Farbbalance, Kontrast, Dynamic und ein paar weitere Parameter etwas optimiert und das Bild auch noch gerade ausgerichtet und beschnitten. Das Ergebnis siehst Du ja als Aufmacherbild dieses Blogbeitrages. Aber ich zeige es Dir hier nochmal mit dem Bild der Katharinenkirche, das ich neulich im Januar fotografiert und als einzelne Aufnahme mit mit  Luminar 4 bearbeitet habe.

Das einzeln bearbeitete Bild der Katharinenkirche
Das einzeln bearbeitete Bild der Katharinenkirche
Das einzeln bearbeitete Bild der Katharinenkirche
Das HDR-Bild der Katharinenkirche
Das HDR-Bild der Katharinenkirche
Der Unterschied zwischen einer \\\"gestackten\\\" HDR-Aufnahme und einer einzelnen und dann optimierten Aufnahme.

Du siehst, dass das als Einzelaufnahme bearbeitete Bild durchaus einige Stellen hat, in denen die hellen bis weißen Stellen „ausfressen“, also gar keine Zeichnung mehr haben weil sie eben komplett weiß sind. Würde man dieses Bild ausdrucken, bliebe das Papier weiß, es würden keine Farbpigmente an diesen Stellen gedruckt. Und einige dunkle Stellen „saufen ab“, haben also auch keine Zeichnung mehr, weil sie eben vollkommen schwarz sind. Hier würde der Drucker satt schwarz drucken. Das siehst Du vor allem in der Umgebung der Kirche und im Vordergrund, wo die Gebäude quasi alle schwarz sind. Das ist bei der HDR-Aufnahme, die durch das Stacking entstanden ist, deutlich besser und ausgewogener. Zugegeben, das alte Bild entstand nachts, das neue zur blauen Stunde, aber dennoch sieht man, worauf ich hinaus will.

Du siehst also, dass man – eigentlich ohne großen Aufwand – bei der digitalen Bildbearbeitung tolle Ergebnisse erzielen kann.

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  • Blende: ƒ/8
  • Kredit: Andreas Lerg
  • Kamera: NIKON D750
  • Aufgenommen: 7 Februar, 2020
  • Belichtungsvorgabe: +1EV
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 145mm
  • ISO: 1000
  • Verschlusszeit: 5s