Video

Erster Gehversuch als VJ

Videobeitrag über die erste Milonga in Oppenheim.

Video über die erste Oppenheimer Milonga.

Im Oktober 2011 habe ich beim Bildungswerk der Zeitungen ein wirklich sehr gutes Seminar zum Thema Videografie/Videojournalimus mit der Digitalen Spiegelreflexkamera besucht. Und im Laufe der letzten Zeit habe meine Ausrüstung um das eine oder andere Video-geeignete Zubehör bzw. die GoPro HD Hero2 erweitert. Deshalb war es jetzt endlich mal Zeit!

Es war endlich an der Zeit einfach mal mit dem Wissen und den erworbenen Gadgets einen ersten „Gehversuch“ in Sachen Videojournalismus zu machen und einen kleinen Probebeitrag zu produzieren. Also habe ich mir am Sonntagnachmittag mein ganzes Gerödel geschnappt und bin zur ersten „Milonga“ in Oppenheim in den Casino-Saal des Merian-Hotels gegangen.

Eine Milonga ist eine Tango-Veranstaltung, bei der sich Tango-Liebhaber zum Tanzen und geselligen Austausch treffen. Die erste Milonga in Oppenheim wurde von Claudia Renner von Tango Rheinhessen veranstaltet. Das Thema Tanzen eignet sich ja ganz gut für einen Videobeitrag, denn Tanzen liefert wohl wirklich „Bewegtbild“. Bevor ich meine Erkenntnisse aus diesem ersten Gehversuch schildere, hier erst mal das Ergebnis.

Ok, kommen wir zu den aus diesem Expriment gewonnenen Erkenntnissen. Das Video hat ja sichtbar und hörbar noch Schwächen. Deshalb hier mal die Liste der „Baustellen“.

1. Ich brauche unbedingt etwas, um guten Ton pegelbar aufzuzeichnen. Das Mikrofon in der Nikon D90 ist nicht das beste und nimmt quasi alles auf und macht daraus einen Klangbrei. Zu hören im Interview mit Claudia Renner. Die GoPro Hero 2 hat auch nur ein Mikro, das lediglich für „rudimentäre Atmo“ ausreicht. Deshalb steht der Zoom H2n Recorder auf der Wunschliste. Der zeichnet in Stereo und Surround auf und bietet die Möglichkeit, den Ton sehr detailliert zu pegeln. Für die Nikon D800, die eine interne Pegelung erlaubt und einen Anschluss für ein externes Mikro hat, reicht derzeit das Budget leider nicht. :-(

2. Das kürzlich erworbene Schulterstativ, das es bei Amazon unter verschiedenen Bezeichnungen gibt, ist für die knapp 70 Euro, die ich bezaht habe, ganz brauchbar und ermöglicht schon recht ruhige Aufnahmen. Irgendwie muss ich mir dafür Kontergewichte basteln, denn das Gewicht der Kamera ruht sonst komplett auf den Armen und das macht sich irgendwann doch durch Zittern bemerkbar. Kontergewichte sollten ermöglichen, dass das Gewicht ausbalanciert von der Schulter getragen wird. Ein teures Profischulterstativ zu kaufen, lohnt sich für einen Gelegenheitsfilmer wie mich nicht. Sicher, ich hätte Spaß an dem saugeilen Modula 9+ von Edelkrone, aber bevor ich 2599 Dollar für ein Schulterstativ ausgebe, kaufe ich doch viel lieber die Nikon D800 😀

3. Bestimmte Aufnahmen werde ich in Zukunft wenn möglich nicht von de Schulter, sondern vom Stativ filmen. Auch wenn die Kamera beim Interview mit Claudia Renner dank des Schulterstatives schon recht ruhig auf der Schulter lag, merkt man doch Bewegung, denn ich bin nun mal eher ein Zappelphillip. Deshalb werde ich Interviews in Zukunft eher vom Stativ filmen. Mein Manfroto sollte für den Anfang genügen und irgendwann werde ich mit ein Videostativ zulegen. Es muss kein sündteures Stativ von Vinten mit allem Schnick und Schnack sein. Es gibt durchaus auch bezahlbare Alernativen für Hobby- und Gelegenheitsfilmer. Beispielsweise das Walimex Pro EI-9901 Video-Pro-Stativ, das es für 230 Euro gibt.

4. Was ich aber vor allem brauche, kann man nicht im Laden kaufen: Routine und Übung! Das Belichtung anpassen, das manuelle scharf ziehen. Das fällt mir noch schwer, weil auf dem Display der Nikon D90 nicht gut zu erkennen ist, ob die Schärfe sitzt und die Fokussierhilfe bei Live-View und manuellem Fokus nicht funktioniert. Automatisch fokussieren funktioniert bei der Nikon D90 im Filmbetrieb nicht. Sobald die Aufnahme läuft stoppt der Autofokus „wo er war“ und man muss doch manuell scharf ziehen. Dafür wäre neben einem externen, großen und scharfen DSLR-Videomonitor ein ausbalanciertes Schulterstativ mit Follow-Fokus eine feine Sache. Die bezahlbaren Sachen bis sagen wir mal 400 Euro sehen nicht unbedingt vertrauenswürdig aus. In der Mittelklasse ab 600 Euro gibt es zwar brauchbares Gerät, aber das lohnt sich nur, wenn man damit auch (viel) Geld verdient. Und über die Oberklasse im Bereich Modula 9+ von Edelkrone brauchen wir uns nicht zu unterhalten.

5. Kommen wir zum zum Schnitt. Derzeit arbeite ich mit iMovie, der Videoediting-Tool, das Apple ab Werk bei Mac OS X beilegt. Das kann schon sehr viel. Unterschiedlichste Videoformate verarbeiten auch in Full-HD. Schneiden, Trimmen und auch Video und Audio verbessern. Audio vom Video separieren und einzeln bearbeitbar machen. Verwackelte Videos stablisieren funktioniert brauchbar. Problemlos kann man damit Voiceover aufzeichnen und abmischen. Überblendungen und Video-Effekte einsetzen, geht auch kinderleicht. Titel, Vor- und Abspann und Bauchbinden texten und vieles mehr. Das Video oben habe ich komplett mit iMovie gemacht und keine zusätzliche externe Software benutzt. Für solche VJ-Beiträge und Kanäle wie YouTube und Web, reicht iMovie dicke aus. Aber ich kann beispielsweise keine eigenen Titel oder Abspänne gestalten, um z.B. der Wir-in-Rheinhessen-Logo einzubauen und zu animieren. In Sachen Videobearbeitung steht Final Cut Pro X auf meiner Wunschliste. Das ist ein professionellen Postproduction-Programm und als Downloadkauf sogar echt absolut bezahlbar. Denn es kostet 239,99 Euro. Für Adobe Premiere Pro CS6 deutschsind direkt mal knapp 1000 Euro fällig, wenn man es nicht im Paket mit anderen Adobe-Produkten kauft. Im Oktober gönne ich mir auf jeden Fall ein weiteres Seminar zu genau dem Thema: Schnitt und Tonmischung für Online-Videos mit Final Cut Pro X.

Videoseminar: Online-Video-Produktion mit der digitalen Spiegelreflexkamera

Mitte Oktober 2011 habe ich mir eine berufliche Fortbildung gegönnt. Beim Bildungswerk der Zeitungen (www.abzv.de) das Seminar „Online-Video-Produktion mit der digitalen Spiegelreflexkamera“ gegönnt. Ich finde es für einen Fotografen nur logisch, dass er auch Bewegtbild macht, wenn die DSLR dazu in der Lage ist. Mit der Kamera und den Objektiven hat man ein sehr gutes Werkzug um beeindruckende Filme zu machen. Die nachfolgenden Videos sind die ersten Übungen, wie wir im Seminar gefilmt und auch geschnitten haben.

5-Shot-Regel

Unter der 5-Shot-Regel versteht man die Auflösung einer eher statischen Handlung in fünf verschiedene Aufnahmen. Da wäre die Nahaufnahme, die Details zeigt. Dann wird das Gesicht der Handelnden Person gezeigt, um diese vorzustellen. Eine Totale zeigt den Ort der Handlunge. Eine „Über-die-Schulter-Aufaahme“ bietet eine andere Perspektive auf die Handlung. Und der „Wow-Shot“ zeigt noch mal eine interessante Perspektive zum Abschluss.

Szenischer Beitrag 

Bei dieser Übung sollten wir das gelernte anwenden und eine szenischen Beitrag filmen und schneiden. Ursprünglich sollte uns jemand vom Personal der Tagungsstätte als Interview-Partner zur Verfügung stehen und wir sollten ein kleines Reportagestück machen. Da sich aber alle zierten und weigerten, haben wir improvisieren müssen und einfach eine Dialogszene gedreht. Das Gespräch ist belanglos, aber der Beitrag wurde vom Kursleiter recht gut bewertet.